Schleswig-Holstein treibt den Umstieg der öffentlichen Verwaltung auf quelloffene Software konsequent voran. Wie Digitalisierungsminister Dirk Schrödter im Rahmen der Kieler Open Source und Linux Tage bekanntgab, arbeitet die Kieler Regierungszentrale mittlerweile größtenteils mit Linux als primärem Betriebssystem. Über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen an ihren Arbeitsplätzen nun die freie Windows-Alternative.
Die Staatskanzlei fungiert bei dem Vorhaben als Pionierprojekt für die gesamte Landesverwaltung. Wo es technisch umsetzbar ist, kommt die Open-Source-Lösung flächendeckend zum Einsatz. Vorerst bleiben lediglich rund 20 Spezialarbeitsplätze auf Windows angewiesen, da dort spezialisierte Fachverfahren genutzt werden, für die kurzfristig noch keine kompatiblen Alternativen bereitstehen. Das Digitalressort arbeitet jedoch bereits daran, auch diese verbliebenen Hürden schrittweise auszuräumen.
Um den Übergang für die Belegschaft im Alltag so reibungslos wie möglich zu gestalten, setzte das Land auf ein umfangreiches Schulungs- und Begleitprogramm. Neben Informationsveranstaltungen und Lernvideos standen Fachkräfte für direkte Unterstützung vor Ort bereit. Ergänzend wurden interne Foren eingerichtet, über die sich die Beschäftigten austauschen und technische Fragen klären können.
Für den langfristigen Betrieb und die geplante Ausweitung auf weitere Ministerien sowie nachgelagerte Landesbehörden hat das Land zudem die Support-Strukturen geregelt. Der öffentliche IT-Dienstleister Dataport kooperiert hierfür mit dem Open-Source-Spezialisten Gonicus. Dieser Vertrag soll die Stabilität der IT-Infrastruktur sichern und als Basis für den flächendeckenden Einsatz in der gesamten Landesverwaltung dienen.