Der Online-Händler Amazon hat Metas vor kurzem gestarteten KI-Assistenten Muse ausgesperrt. Nutzer, die versuchen, den autonomen Agenten für Einkäufe auf der Marktplatz-Plattform einzusetzen, erhalten eine Fehlermeldung, dass der Zugriff durch einen unautorisierten KI-Agenten gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Amazon hatte Meta zuvor vergeblich aufgefordert, den Bot von automatisierten Zugriffen abzuhalten.
Meta hatte Muse erst diesen Monat in den USA eingeführt. Der Assistent ist darauf ausgelegt, eigenständig Aktionen für Nutzer auszuführen – darunter das Bestellen von Produkten, das Abwickeln von Zahlungen und das Verwalten von E-Mails. Fehlt eine offizielle API, agiert der Bot wie ein menschlicher Anwender direkt im Browser. Laut Amazon identifiziert sich Muse beim Surfen jedoch nicht ordnungsgemäß und fängt potenziell sensible Zugangsdaten sowie Bestellhistorien ab.
Meta widerspricht den Sicherheitsbedenken und betont, dass das zugrundeliegende KI-Modell Passwörter und Zahlungsdaten nicht direkt einsehen könne; diese würden in einem verschlüsselten Speicher abgelegt. Für Amazon geht es bei der Abwehr fremder KI-Agenten jedoch nicht nur um Datenschutz, sondern auch um handfeste finanzielle Interessen.
Durch autonome Bots droht Amazon die Kontrolle über die Customer Journey zu verlieren. Wenn KI-Assistenten Produktrecherchen und Käufe im Hintergrund erledigen, entgehen dem Konzern Milliarden an Werbeeinnahmen aus gesponserten Produktplatzierungen. Amazon geht daher zunehmend rigide gegen autonome Einkaufs-Bots vor und geht auch gerichtlich gegen konkurrierende Systeme vor.